Friends of Emilio Estevez


Endlich! Der große, umfassende Kuchentest!
Juni 24, 2009, 4:49 pm
Filed under: Gutes Essen, Lonely Planet Guide: Göttingen, Schlechtes Essen

Die Freunde von Emilio Estevez erfreuen sich immer größerer Beliebtheit! Endlich sind wir da angekommen, wo wir hinwollen: An die Speerspitze des Internets! Wir sind erbarmungslos modern, aufklärerisch und alles, was wir so machen wird wenig später von führenden Lifestyle-Blättern zum neuen Trend erhoben. In London, Paris, Tokio und New York sieht man die Hipster in den Parks sitzen, die neuesten Tracks vom Hiphoposaurus Raps hören, Uglis essen und Trips nach Braunschweig planen um sich auf alte Bänke zu setzen.  Man kann ruhigen gewissens behaupten: Wir haben es geschafft!

Um unsere Besucherrekorde gebührend zu feiern haben wir uns deswegen etwas ganz besonderes ausgedacht! Wie feiert man etwas am besten? Na klar: mit Kuchen! Aber die Freunde von Emilio Estevez wären nur zwei dahergelaufene Landpomeranzen mit Internetzugang, wenn sie das nicht noch steigern würden! Also feiern wir statt mit Kuchen mit VIEL Kuchen! Emilio-Estevezzz-Style!

Die volle TafelWir haben von jedem Bäcker Göttingens ein Stück Kuchen gekauft! Denn wir wollen ja nicht nur feiern, wir wollen auch weiterhelfen! Im nachfolgenden wird berichtet, wie der Kuchen so ist, wo man sich gut mit Teilchen eindecken kann und wo man tunlichst die Finger von lassen sollte. Gastjurorin war Marie, die mit fachmännischem Urteil (Kernkompetenz: Pudding) eine wertvolle Hilfe beim Ermitteln des besten Kuchens der Stadt war.

Los gings mit einer Einkaufstour vom Feinsten. Wir hetzten von bäcker zu Bäcker, mit immer mehr Tütenbergen unter den Armen, im euphorischen Wahn nur noch die Namen von verschiedenen Teilchen vor uns hinmurmelnd.

Zu Hause packten wir begeistert unsere Einkäufe aus. 12 Tüten starrten uns an, darin 12 Köstlichkeiten!

Mmh!

Los ging die Schlemmerei mit dem Pudding-Streuseltaler von Hermanns für 1.05 Euro:

streuseltaler

Der Streuseltaler war ein guter Einstieg, begeisterte Martin und Marie auf Anhieb, Ich zeigte mich eher zurückhaltend. Marie fand den Pudding zwar zu sahnig und störte sich am Puderzucker, fand aber die Streusel spitzenmäßig. martin fand, bis auf den nAchgeschmack alles gut, fasste schön zusammen : „Eine runde Sache!“ Mir war der Pudding etwas zu viel, der Teig zu trocken und die Streusel zu hart. Schön aber, dass die Meinungen doch so unterschiedlich sein können…

Noten: Marie 2+, Martin 1-, Christoph 3

Runterschlucken und gleich weiter mit dem Apfelballen von Lutze für 1,30 Euro!

ApfelballenEinhellig wurde beschlossen, dass der Apfelballen nicht apfelig genug war, die Apfelstückverteilung verlief völlig asymmetrisch, es wäre ein schöner Ballen (pur) gewesen, die Bezeichnung Apfelballen ist leider irreführend. Der Teig hat etwas muffig geschmeckt. Schade eigentlich, Lutzes Bäckerei ist eigentlich eine der Top-Adressen der Stadt, die Kokosmakrone wäre eine bessere Wahl gewesen.

Noten: Marie 4+, Martin 3, Christoph 3

Dann zum ersten ganz großen Highlight, so dachten wir – und wurden übel enttäuscht vom Baumkuchenring von Cron und Lanz für 2,00 Euro

baumkuchenringDer Baumkuchenring schmeckte im wahrsten Sinne des Wortes altbacken, erinnerte Martin an Besuch bei der Oma im Osten, Marie fand ihn „ganz gut“, nur die Glasur war schlecht. Ich fand, dass der Kuchen ein Totalausfall war, er schmeckte, alt, muffig und irgendwie fischig, dazu war er viel zu klebrig.  Das Preis-Leistungsverhältnis war katastrophal. Für die zwei Euro kann man sich schon fast eine aktuelle Ausgabe vom Pokemon-Magazin kaufen. Sicherlich eine bessere Idee!

Noten: Martin 4, Marie 3, Christoph 6+

Eine andere, gute Idee fischten wir aus der nächsten Tüte, die Limettenbrezel von Thiele für 1,39 Euro

LimettenbrezelMarie war garnicht begeistert, verglich die leckere Brezel glatt mit „gezuckertem Klospüler“, einer radikalen Ansicht, die Martin und ich nun garnicht teilen konnten. Vielmehr waren wir sehr angetan von der neuen Idee auf dem Backwarenmarkt! So etwas hatten wir noch nicht gesehen! Auch wenn der Geschmack noch ziemlich verbesserungsbedürftig war, war doch aber auch klar, dass hier ein Rohdiamant vorliegt. Wenn die Bäckereimeister bei Thiele noch an den Brezeln arbeiten, wird diese „Kecke Innovation“ (Martin) voll überzeugen und das Gebäck des Sommers werden. Die Freunde von Emilio Estevez hoffen das Beste!

Noten: Marie 5- Martin 2- Christoph 3+

Allmählich füllten sich unsere Bäuche dann doch sehr, die anfängliche Euphorie wich langsam aber sicher einem Zuckerschock. Die Finger zuckten zwar, aber die Freunde von Emilio Estevez kennen keine Pausen sondern nur den Weg nach vorn! Also weiter!

Erdbeertörtchen von Ruch, 1,25 Euro

ErdbeertörtchenDas Törtchen ist ein Mini-Gugelhupf aus Muffin-Teig, gefüllt mit ganz wenig Erdbeercreme, die schmeckt ganz gut, aber alle waren sich einig, dass es sich hierbei um einen optisch reizvollen Beschiss handelt. Und viel zu teuer!

Noten: Martin 3, Marie 3, Christoph 4+

Bauchschmerzen und Diabetis in Kauf nehmend weiter zum nächsten Stück, dem zweitschlechtestem Stück im Test, dem Plunder uas der Öko-Hölle, dem Bio-Erdbeer-Plunder von Herzberger für 1,30 Euro:

Erdbeerplunder

Viel zu trockener Plunder, viel zu wenig Pudding, lediglich die Erdbeere  oben drauf war ganz in Ordnung. Am Teig konnte man ersticken, hätte man nicht schon ständig einen Blick auf die bedrohliche Puddingbrezel hinten auf dem Tisch, hätte man sicher hier schon den absoluten Tiefpunkt des Kuchentestes verortet. Nur Marie fand das bisschen Pudding, was drin war überzeugend.

Noten: Marie 3- Martin 5, Christoph 5-

Lustlos und von dem schrecklichen Plunder gepeinigt weiter zu einem dankenswerterweise schön kleinem Teilchen, der Kokos-Puddingschnecke von Delay, mit o,60 Euro den günstigstem Teilchen im ganzen Test.

Puddingschnecke

Ich war, im Gegensatz zu meinen Mittestern begeistert! Der Teig hatte genau die richtige Süße, durchzogen von dezentem Kokos-Pudding, zwar ein kleines bisschen trocken, aber trotzdem für mich der Gewinner des Testes. Martin sah das anders: Für ihn war die Kokos-Pudding-Schnecke das geschmackneutralste Teilchen im Test, was schlichtweg hanebüchener Unsinn ist. Marie pflichtete bei, ihr war der Kuchen nicht süß genug und es wurde zu wenig Pudding moniert, meiner Meinung nach völliger Blödsinn. Da war genau richtig viel Pudding drin!

Noten: Marie 4- Martin 5, Christoph 1-

Wir waren inzwischen eigentlich alle satt und hemmungslos überzuckert, saßen mit glänzenden Augen und mit Schweißperlen auf der Stirn auf dem Sofa und hatten kalte Angst vor der mächtigen Puddingbrezel, die uns noch gräßlich anlachte. Fies, fett, phlegmatisch und matschig, in etwa so wie Jabba the Hut lag sie da vor uns, die Puddingbrezel von Kamps für 1,35 Euro.

puddingbrezel

Ein Monstrum! Viel zu fettig, viel zu süß, der Pudding bestand nur aus Haut. Sowas können Menschen garnicht mögen! Kuchen, wie er nicht sein darf!

Noten: Martin „drei Totenköpfe“, Marie 6, Christoph 5

Immer noch drei Kuchen auf dem Tisch, dafür aber die Brezel geschafft. Durchatmen, ans Herz fassen, überlegen, das Abendessen besser ausfallen zu lassen und weiter! Johannisbeer-Streuseltaler von Backi für 0,99 Euro.

Johannisbeertaler

Nicht schlecht. Groß, jedenfalls. Der Teig war ziemlich trocken, aber die Stellen, wo Johannisbeeren waren, waren erfrischend und gut. Es waren aber zu wenige Johannisbeeren um de Taler zu einem wirklich leicht zu goutierndem Snack zu machen. Immerhin: wären wir vorher nicht schon satt gewesen, nach diesem Kavenzmann wären wir es!  Preis-Leistungsverhältnis top!

Noten: Marie 5, Martin 4,  Christoph 3

Ein Ende war dann endlich in Sicht! Nur noch zwei Stück Kuchen! Also schnell zum Bio-Bienenstich! Erhältlich bei Alnatura für 1,40 Euro.

bienenstich

Keine gute Meinung von Pudding-Expertin Marie: der Pudding sei zu krümelig, Dinkel und Vollkornquatsch hätten im Teig eines Kuchens nichts zu suchen. Völlig anderer Meinung Martin und ich: durchaus gesund und lecker! Zwar etwas gewöhnungsbedürftig auf den ersten Bissen, danach aber eine gute Sache! Insbesondere nach dem schrecklichen Bio-Plunder eine schöne Überraschung!

Noten: Marie 6, Martin 2, Christoph 2-

Und dann endlich die letzte Hürde, ein hübscher rosa Donut vom Backwerk für 0.79 Euro!

Donut

Hier war dann die Stimmung zwar ziemlich feierlich, aber auch sehr wortkarg. Ich möchte die Meinungen im O-Ton wiedergeben:

Martin: „Ach“

Marie: „zu langweilig.“

Christoph: „Donut“

Noten: Martin 3- Marie 4 Christoph 3

mmmhh… Und so sah es später aus:

DSC00056

Den nächsten Besucherrekord feiern wir eventuell mit einem groß angelegtem Pizza-Test…

Mal sehen.

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3 Kommentare so far
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Zugabe!

Kommentar von Jippie!!!

Überrragend…

Kommentar von Raack, die Brezel

Nach dem ganzen rumstänkern: vielen Dank für diesen lukullischen Beitrag!

Kommentar von Hummel




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