Friends of Emilio Estevez


Das Hometown Soul Café
Juli 6, 2009, 3:22 pm
Filed under: Gutes Essen, Lonely Planet Guide: Göttingen

Hurra! Die Freunde von Emilio Estevez werden immer besser und immer mehr! Neu in unseren Reihen: Hanna, die Frau mit den verhexten Füßen (darüber bitte später mehr!) und dem schier unermesslichen Fachwissen über das hometown soul café, den derzeit heißesten Hot Spot der Stadt und wahrscheinlich des Landes (siehe unten…), tritt dem Autorenteam bei!
Wir freuen uns, auch gleich ihren ersten Artikel präsentieren zu können und freuen uns weiterhin auf viele weitere Beiträge!

Zuhause – oder, wie unsere englischsprachigen oder zumindest anglophilen Freunde sagen würden: home – ist ja bekanntlich dort, wo das Herz ist. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich offensichtlich mein Herz schon zu oft und zu schnell an Orte verschenkt habe, die ich dann fälschlicherweise mein Zuhause nannte. Jetzt, wo ich mein wirkliches Zuhause gefunden habe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen (übrigens das ekligste Sprichwort der Welt!) und ich schäme mich, eine Heimat-Nutte gewesen zu sein: das Hometown Soul Café (near Rewe). Es hat alles, ich betone: alles, was ein interessierter junger Mensch sich wünscht. Ich kann das beweisen, ich habe interessierte junge Menschen gefragt.

Man tritt ein und wundert sich zunächst. Hm, griechische Lampen. Oooh, eine riesige mexikanische Landschaft als Wandgemälde. Wenn man dann jedoch ein wenig im Gedächtnis gekramt hat, dann fällt einem ein, dass sich in dem Laden zuvor ein Grieche und ein Mexikaner nicht lange gehalten haben und aus den Trümmern dieser völlig überbewerteten Kulturen, sozusagen wie Phönix aus der Asche, ein neuer Stern am Gastronomenhimmel aufgestiegen ist (jedoch nicht ohne Elemente der anderen mit zu verwurschteln. Hallo Postmoderne!). Was gibt es hier nicht alles zu schauen! Hier eine Kinderspielecke, auf dem Weg zur Toilette – geht nie zu zweit ins Hometown Soul Café, der Gang zur Toilette wird durchs Schauen extrem verlängert, und wenn man nur zu zweit ist, sitzt der eine dumm rum während der andere sich vorm Klo amüsiert – stehen Regale mit englischen Büchern, vielen, vielen DVDs und manchmal sogar ein Holzmotorrad (ja! Ein Holzmotorrad!). Warum, fragt nun der werte Leser. Man kann sie sich ausleihen, ist die Antwort. Das Motorrad zwar nicht, was der einzige Verbesserungsvorschlag an die Macher des Hometown Soul Cafés wäre, aber die Bücher und die DVDs. Und zwar, jetzt kommt´s, für umme und auf Vertrauensbasis. Ich spare mir jetzt einen längeren Exkurs über Vertrauen in der heutigen Zeit und Videothek-Leihgebühren in der Neuen Deutschen Literatur und gehe zu den Speisekarten über. Die Speisekarten sind mannigfaltig und enthalten nicht nur Speisen, sondern auch Fotos von Speisen, Erläuterungen zur Herkunft der Speisen, Partyvorschläge bzw. Ankündigungen der special events, die der Gast mitgestalten kann, kleine, versteckte Witze, Flaggen vieler englischsprachiger Länder, Informationen zur Familie, zur Lebensphilosophie und zum Kneipenkonzept des Wirtes (also Jeff).

Und das ist er - samt bezaubernder Gemahlin

Und das ist er - samt bezaubernder Gemahlin

Der Laden ist nämlich nicht nur Kneipe oder Café, sondern zeigt offen den Privatmenschen Jeff, und das auf eine so charmante und teilweise ein wenig unbeholfene Art, dass es nicht exhibitionistisch oder gar aufgesetzt wirkt. Oder ist es etwa nicht charmant, wenn Jeff in der Kneipe mit seiner Bläserband probt, so dass jeder Satz eines Gastes mit einem Tusch untermalt wird? Alles bekommt gleich mehr Bedeutung, wenn es hintertuscht wird. Und erst das Frühstück! Mein Magen hat es zwar am Sonntag nicht mitgemacht, aber mir wurde berichtet, dass es sehr opulent und englisch war. Es gibt übrigens auch die opulente amerikanische Variante, die muss aber noch ausgetestet werden. Und Pitchertag! Der billigste Pitchertag wo gibt! Und wenn man etwas essen möchte, was es nicht gibt, dann kann man es Jeff sagen und er nimmt es vielleicht ins Menü auf. Das würde noch nicht einmal meine Mutter für mich tun, und die ist schon super. Oh boy, oh boy, was könnte ich noch berichten, lass es aber lieber, damit ihr es selbst erleben könnt. Mi casa es su casa, kommt alle in the expats second living room und feel cozy!

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2 Kommentare so far
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Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

Kommentar von Nachrichten

Jeff and Viola have taken their „second living room“ venture to heart, furnishing it as cozily as possible and taking all lengths to make it 100% kid-compatible. I’ve lived in Göttingen since 1994, preferring to educate my San Francisco-born son here rather than there as it’s a good cultural diversity match without the big-city social threats parents inevitably worry about. I find “Home Town Soul Café” a good fit for this town—appealing to us x-pats AND to the Göttingen Germans who love travel, love to practice their English, and with today’s strained economic situation, love crossing the threshold at “Home Town Soul Café” and be transported into a restaurant/entertainment scene reminiscent of the other side of “The Pond” sans the airfare. Just the other night there was Naomi Sommers singing her bluegrass tunes to a standing-room only crown—people even dancing in the street. I was lucky to have a front-row seat, affording me a birds-eye view of what was going on outside. The excitement was electric—the first time I had that old “San Francisco” summer-of-love feeling here in Goettingen.

Kommentar von Margarita




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