Friends of Emilio Estevez


Warum das Dschungelcamp eine hervorragende Sendung ist, Folge 2

Gerade ist mir siedendheiß eingefallen, dass ich ja noch etliche Gründe für die Grandezza des Dschungelcamps angeben wollte.

Es hätten großangelegte Vergleiche zwischen dem Jungen an der Handelsstation in Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ mit Dirk Bach angestellt werden sollen, es hätte eine trivialpsychologische Analyse von Vincent Raven geben können und überdies ein kleines Essay zur Ästhetk der Brigitte Nielsen.

Aber irgendetwas ist mir wohl dazwischengekommen.
Tja.

Nächstes Jahr…

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Warum das Dschungelcamp eine hervorragende Sendung ist, Folge 1
Januar 16, 2012, 2:33 pm
Filed under: Essen, Fernsehen, Kultur, Modernes Leben, Uncategorized

Das Dschungelcamp ist, wenn man es als das betrachtet, das interessanteste und unterhaltsamste, was das Fernsehen derzeit zu bieten hat. Vordergründig ist es eine Unterhaltungsshows, in der abgetakelte Stars eklige Sachen machen müssen. Dass sich Menschen, die ihrer medialen Präsenz hinterhertrauern Kakerlaken in den Mund stecken, ist weder für die Ex-Prominenz noch für die kakerlaken schön, schon klar. Das wird von jedem, der meint irgendwas über Moral/Ästhetik/Anstand/Prominenz/Scham/Darwinismus sagen zu können, oft und gerne überall herausposaunt. Nie war es leichter, irgendwie recht zu haben. Will man dem wiedersprechen, rutscht man leicht in die Position des ekellüsternen Primitiv-Fernsehzuschauers, der sich am Leid von anderen erfreut. Jaja.

Bedauerlicherweise geht in einer so offensiv geführten Diskussion, die längst entschieden schien, lange bevor die erste Folge der Show gelaufen ist, der ganze Facettenreichtum der Show völlig vernachlässigt. Was dort im Dschungel passiert ist nämlich wesentlich mehr als ein bloßes Zusammensitzen von Deppen mit Safarihüten, die Insekten essen müssen.

 

Ich werde in den nächsten Tagen in diesem Blog immer wieder über das Dschungelcamp schreiben und versuchen zu erklären, warum es sehenswert ist.

 

Folge 1: Der Maskentanz

 

„Ich bin ein Star, holt ich hier raus“ ist ist ein brillanter, in der Form kaum je dagewesener Schautanz von haltlos bröckelnden Fassaden und kunstvoll arrangierten Images, der in mitunter völligem Chaos endet. Der Mikrokosmos Dschungelcamp ist wenig mehr als eine Mischung aus Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ und William Goldings „Herr der Fliegen“, verpackt in grellbunten, quietchenden, sich permanent selbstreflektierenden Pop. Sonja Zietlow und Dirk Bach (insbesondere letzterer ist eine ideale Personifizierung des Harlekins an der Handelsstation im Kongo, dem Herzen der Finsternis – dazu in einem kommenden Beitrag noch mehr.)

Eine künstlich geschaffene Gruppe von Menschen, die einander nur aus dem Fernsehen kennen sitzt nun im australischen Dschungel aufeinanderund versucht, eine Gruppe zu bilden und nebenbei noch selbst möglichst telegen die eigene Geschichte in die Kamera zu erzählen, um endlich wieder ins Gespräch zu kommen. Das ist soweit schon eine spannende Grundlage, was das Ganze aber in neue Sphären der Seltsamkeit hievt, ist das verkrampfte Festhalten am konstruierten Image. Insbesondere bei drei Personen ist dies bislang (ich schreibe das an Tag drei des Dschungelcamps) höchst spannend zu sehen. Der homophobe Magier Vincent Raven, Daniel Lopez und Micaela Schäfer haben präzise zugeschnittene Rollen, die sie zu erfüllen versuchen, was eine ernsthafte Kommunikation und eine funktionierende Gruppenbildung unmöglich macht. Ein interessantes Beispiel: Micaela rennt den ganzen Tag so gut wie nackt herum, druaf angesprochen kommen einige schmutzige Sätze, dann rutscht die Fassade, Micaela weiß nicht, was sie sagen soll, die Gruppe ist ebenso überfordert. Man steht herum, sagt sich nichts und RTL zeigt das betretene Schweigen vorerst unkommentiert. Dann rückt Micaela ihren Tanga zurecht, sagt wieder was versautes und geht irgendwo hin. Später wird sich selbstverständlich von den Moderatoren darüber lustig gemacht, was aber auch zu beobachten ist, und was eben wirklich spannend ist, ist das Wanken der Kunstfigur. Der folgende Spott der Moderatoren, der sich in bewusst und ganz explizit schlechten Witzen (also Wortspiel-schlecht, nicht boshaft!) führt das Ganze ins Greifbare zurück. Die im Dschungel zerfallende Hülle wird gefeiert. Gelächter, Lautstärke und die bunten Outits kleiden das Ganze ein. Das Ringen um das Image wird zum Pop erhoben. Noch spannender als der Fall Micaela wird der Falkl Vincent Raven. Der homophobe und permanent agressive Zauberer hat ein wesentlich schwerer zu transportierendes Image als Micaela – Sein „Ding“ ist es, dunkler, mysteriöser Vermittler zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten zu sein – also absoluter Humbug. Die Rolle, die er zu spielen hat, ist ungleich schwerer als die von Micaela, die einfach nur ihre Nippel zeigen muss. Vincent muss auch dann, wenn er auf einer dreckigen Hängematte liegt, wenn er den Reis umrührt, wenn er in der Dschungelprüfung ran muss und dann, wenn er mit anderen Image-Menschen redet, die ihrer Rolle bedingt inkompatibel zu ihm sein müssen, der dunkle, mysteriöse Zauberer bleiben und um jeden Preis seine Ernsthaftigkeit wahren. Ein Ding der Unmöglichkeit, aber er wird es versuchen. Und es wird unterhaltsam sein, ihm dabei zuzugucken.

Dieses Spiel, dass sich die Kandidaten selber aufgebürgt haben, ist es, was das Dschungelcamp so großartig macht. Das Nebenbei Kakerlaken gegessen und Emu-Blut getrunken werden müssen, sorgt nur für noch mehr Druck auf die Kandidaten und ist eine weitere Belastungsprobe für das Image.

Mitleid mit den Kandidaten kann man habe, aber nicht, weil sie eklige Dinge machen müssen. Das sind einfache Überwindungsaufgaben, denen man sich stellen kann oder nicht. Auch nicht, weil sie von den Moderatoren verspottet werden, denn das sind, wenn auch teilweise geschmacklose, Witze, die jeder über sich ergehen lassen können muss, der ernsthaft mediale Präsenz einfordert. Vielleicht können Sie einem leid tun, weil sie so viel falsches Mitleid bekommen, aber das ist eine andere philosophische Frage.



Whoa! Sie sind zurück!
Februar 5, 2010, 6:39 pm
Filed under: Bärte im Allgemeinen, Fernsehen

Fantastisch! Die American Gladiators sind wieder da! HULK HOGAN präsentiert die neuen American Gladiators! Ab jetzt jeden Freitag auf DSF. Die Freunde von Emilio Estevez werden eventuell demnächst mehr darüber berichten.

Hoffentlich sind sie wieder alle dabei – Zap, Laser, Malibu, Tower, Nitro… und wie sie alle heißen!

Wir freuen uns auf heiße Gefechte mit überdimensionierten Watte-Stäbchen, Wettrennen in Stahlkugel und natürlichen furiosen Finalen im Eliminator!

Toll, toll, toll!



Ooooh! Hmmm! Aaahohjaaa!
Januar 20, 2010, 10:34 am
Filed under: Aaaaah!, Fernsehen, Modernes Leben

Hihihihi



Suck it, Carla Bruni!
November 26, 2009, 9:06 pm
Filed under: Fernsehen, Tolle Tiere

Endlich sind sie vorbei, die Zeiten, in denen man neidvoll nach Frankreich schaute, wo weibliche Eleganz die Politik versüßt! Carla Bruni, der Inbegriff der wundervollen First Lady, Muse und Verkörperung der Sinnlichkeit, die sich mit errigierten Nippeln in schlecht sanierten Altbauten ablichten lässt um ihre Norah-Jones-Musik zu vermarkten, hat eine neue Konkurentin! Auch auf Michelle Obama oder die Prostituierten Gespielinen von Signore Berlusconi brauchen wir nicht mehr neidvoll hinüberzublicken! Vorbei sind die Zeiten, in denen alles was wir als Politikeranhängsel Autorinnen grenzdebiler Selbstbeweihräucherungsorgien („Der Kanzler wohnt im Swimmingpool oder Wie Politik gemacht wird“, Doris Schröder-Köpf) oder vulgär-sinnlicher Fressratgeber („Kulinarische Reise durch deutsche Lande“, Hannelore Kohl) vorzuweisen hatten!
Heute abend bei der Bambi-Verleihung trat ein neuer Stern am Himmel der Politiker-Frau auf! Zwar keine First Lady, aber immer noch weit genug oben in der politischen Hackordnung um als deutsche Antwort auf z.B. Carla Bruni gelten zu können: Stephanie zu Guttenberg, geborene Gräfin von Bismarck-Schönhausen!

Sie hielt, in Vertretung für ihren Mann, eine Lobrede für das Scheusal Uli Hoeneß. Der an sich schieren Unerträglichkeit, diesem furchtbaren Wurstmogul zu huldigen entwand sich die Hochgeborene aufs geschickteste. Nicht nur, dass sie zunächst beteuerte, dass die Rede nicht nur von ihr sei, sie las sie auch so holprig vor, dass man jederzeit spüren konnte, dass sie der Aufgabe nichts abgewinnen konnte, sondern sie nur mit erzwungener Höflichkeit absolvieren konnte. Viele, unter anderem die Leute bei Twitter, durchschauten die clevere Gräfin nicht sondern dachten, dass sie schlicht eine Pfeiffe sei. Das ist natürlich Quatsch! Oftmals lies sie durchblitzen, wie unernst es ihr alles sei, genial entwand sie sich der eigentlichen Botschaft, etwa dadurch, dass sie Hoeneß einmal „Oliver“ nannte. Satirischen Pfiff brachte sie dadurch besonders zur Geltung, dass sie das in der Rede enthaltene Wort „Wurstwarenfabrik“ besonders lasziv und sinnlich aussprach. Die Promi-Experten-Freunde von Emilio Estevez wissen, Stephanie zu Guttenberg wird mal eine ganz Feine!



Domo-Kun
November 15, 2009, 6:48 pm
Filed under: Asien, Diverses, Fernsehen, Filme, Kultur, Modernes Leben, Tolle Tiere, Unterwegs

Auf unseren Reisen durch die Welt haben Christoph und ich nun einen neuen Gefährten, ich möchte sogar sagen einen neuen Freund gewonnen: Domo! Jawollja, Domo, oder auch Domo-Kun (übersetzt ungefähr: Herr Domo bzw. Herr Dankeschön), ein niedliches Monster aus Japan, welches unsere Herzen im Sturm genommen hat.

Hmmmm, nagut, vielleicht war es auch das betörende Aussehen der Verkäuferin des Comicladens, welche uns Domo ans Herz hat wachsen lassen, aber was solls. Domo ist spitze. Das japanische „Bernd das Brot (übersetzt etwa: Belnd, das Blot) wird immer beliebter und Devotionalien mit seiner Knuddeloptik verkaufen sich mittlerweile wie geschnitten Brot.

Hier schon einmal ein kleiner Eindruck.

godkillsakitten

 

Wir lernen also: Domo ist von Gott geschickt, um Kätzchen zu meucheln. Natürlich nicht aus Spaß, sondern als moralisches Druckmitteln uns menschlichen Sündern mit Finger in der Hose gegenüber. Also Schluss mit dem Gewichse, denn sonst muss Domo wieder auf die Jagd……und ich weiß nicht, wie lange seine kleine unbescholtene Seele dies mitmacht.

Denn Domo ist eigentlich ein ganz feiner Typ. Zusammen mit dem Hasen Usajii liebt er es fernzusehen, J-Rock zu hören und so weiter und so weiter…..wer nun mehr über Domo erfahren will, schaue am besten auch hier mal vorbei.



Der neue Stern am Fernsehhimmel: Gormiti

Die Gormiti sind da! Was genau sie sind? Keine Ahnung! Was sie machen? Auch keine Ahnung! Eine tolle Sache? Wohl Kaum!

Gormiti

Tja… Die Gormiti sind vier Jugendliche, die sich in die unbesiegbaren Herren der Natur verwandeln können.
comingsoon

Sie leben in einer Art Zentrale, in der ein Pult steht, in dem Diamanten stecken. Sie haben eine Eidechse, die ständig was Dummes macht. Irgendwie können sie zwischen zwei Welten hin und herwechseln. Wie das passiert wurde in der Folge, die ich gesehen habe, nicht geklärt. Wenn in der einen Welt was passiert, erscheint das auf einem Monitor, dann halten sich die jugendlichen an den Händen und rufen ihre Kräfte („Wald, Stein, Wind, Wasser“) und fragen irgendwen, wer der „Keeper“ ist. Dann leuchten die Diamanten, die Eidechse sagt, wer der „Keeper“ ist und der muss sich dann an das Pult mit den Diamanten setzen. Die anderen begeben sich dann in die andere Welt, verwandeln sich dann da in die unbesiegbaren Herren der Natur, laden sich auf (wie auch immer…) und lösen das Problem. Dann am Ende kommen die mächtigen Herren der Natur (darunter auch eine Lady!) zurück in ihre Welt, da macht dann die Eidechse was Dummes und alle lachen.
Das Sendekonzept ist soweit schon ziemlich genial. Wie aber funktioiret das ganze in den einzelnen Episoden?
Nun ja…
In der Folge „Gefahr vom Meeresgrund“ erscheint zunächst eine uralte, sprechende Meeresschildkröte, die den Jugendlichen ihren Traum erzählt, in dem etwas schlimmes passiert. Was genau weiß die uralte, sprechende Meeresschildkröte nicht mehr, glaube ich. Aber na klar – wenn eine uralte, sprechende Meeresschildkröte (die aufrecht gehen kann!) etwas schlimmes träumt können unsere tapferen Helden natürlich nicht ruhig sitzen bleiben! Die Eidechse soll währenddessen auf einen Hamster aufpassen, was zwar hanebüchen unsinnig zu sein scheint, ist abr im weiteren von… … … nein, dass ist doch nur einfach hanebüchen unsinnig!
Nachdem die Episode mit dem hamster vorbei ist, atmen alle durch, setzen sich ums Pult, halten sich an den Händen, rugen ihre Namen und wollen wissen, wer der Keeper ist. Es ist Wald. Der Junge, dessen Naturgewalt Wald ist, freut sich, wahrscheinlich, weil er sich nicht selber in Gefahr begeben muss, während die anderen irgendwie in die andere Welt gelangen, wo sie an einer Klippe stehen und sehen, wie der Fiesling Magimon, dessen einer Arm nur eine Art steinerne Spitze ist, die uralte, sprechende Meeresschildkröte und einen Fischmenschen drangsaliert. Nach einer Computeranimation verwandeln sich die Jugendlichen in unbesiegbare Herren der Natur, einer bekommt die Kraft der Steine, einer die Kraft des Meeres und ein Mädchen die Kraft des Windes. Sie laden sich dann auf, wobei man aber nicht so genau weiß wie. Irgendwie sagt der Keeper ihnen dann noch irgendwas motivierendes, „Haltet Durch!“ oder so.
Sie gehen zu Magimon und sagen ihm, dass er aufhören soll. Der ruft aber nur einen Drachen, es kommt zum Kampf, die unbesigbaren Herren der Natur verlieren, weil sie so schwach sind. Magimon entführt den Gormiti, der „Wasser ist“.
Assi-Arsch

Die beiden anderen Gormiti finden dann raus, warum sie so schwach sind: Weil Magimon den Sauerstoff gestohlen hat! Es gibt eine zunächst völlig sinnbefreit erscheinenende Einspielung von einem Mann im Garten, der ein Steak grillen will, das aber nicht schafft, weil das Streichholz, mit dem er den Grill anzünden will, immer ausgeht. Eventuell sollen die Zuschauer daraus lernen, dass Feuer Sauerstoff braucht. Was die Gormiti-Macher dann aber vergessen haben: Der Mann braucht den Sauerstoff ja nicht nur zum Feuer machen sondern auch zum Atmen. Trotzdem: Was falsches zu lernen ist immer noch besser als nichts zu lernen! Danke, Gormiti!

Dann gehen die Gormiti mit der uralten, sprechenden Meeresschildkröte zum Schloss von Magimon, wo sie irgendwie den Sauerstoff wieder herstellen und stärker werden. Die uralte Meeresschildkröte fragt die Gormiti, ob sie ihnen jetzt danken dürfe, was sie aber noch nicht darf. Erst kämpfen die Gormiti noch gegen Magimon und gewinnen. Der fällt irgendwo runter und stirbt (oder nicht? wir werden es (eventuell) sehen). Die uralte Meeresschildkröte darf den Gormiti dann doch danken.
Der Mann in der „echten Welt“ kriegt sein Streichholz dann an und grillt sich was schönes. Die Jugendlichen kommen dann auch zurück in die echte Welt und essen was. Sie finden sogar den Hamster wieder, der sic in einer Schüssel Salat versteckt hat. Er wirft ein Blatt Salat nach irgendwem und alle lachen.

Die Sendung war alles in allem ziemlich dämlich, aber …naja. Immerhin kann man die einzelnen Gormiti auch als Plastikfiguren kaufen (sie kommen übrigens nicht aus Japan sondern aus Italien!) und sich so eine wertvolle Sammlung anschaffen.
Ansonsten weckt die Sendung ziemlich berechtigte Zweifel an einem Lebensstil, der es einem erlaubt, um 14.45 Uhr Zeichentrickserien zu schauen.