Friends of Emilio Estevez


Göttinger Fenster, Folge 8: Der Fleischer bei Kaufland
November 29, 2011, 1:52 pm
Filed under: Aaaaah!, Essen, Löcher, Schlechtes Essen

Ich weiß nicht, was man dazu sagen kann.

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Filmkritik „Red State“

Was für ein Humbug!

„Red State“ fängt, nach einer Schulstunde, in der erklärt wird, was das Thema des Films ist (religiöse Eiferer, Schwulenfeindlichkeit, die so extrem ist, dass sogar die Nazis sich davon distanzieren), damit an, dass drei junge Leute sich im Internet mit einer älteren Dame zum „ficken“ verabreden. Es gibt einige extrem unangenehme Dialoge über pubertäre Sexfantasien, bei denen sich insbesondere ein gewisser Supertyp namens Billy Ray hervortut, der offenbar mit allen Wassern gewaschen ist bzw. schon viele Pornos gesehen hat. Demzufolge finden die anderen ihn wohl auch irgendwie am besten, obwohl eigentlich ein anderer von den dreien der Hauptakteur ist, was aber, wie man im Weiteren sehen wird, keine Rolle spielt. Billy Ray ist jedenfalls der erste große Höhepunkt des Films. Hier eine kurze Erläuterung der Figur:

Man sieht hier
A – Billy Ray trägt stets kurze Hosen. Keine coolen Shorts, sondern einfach nur kurze Hosen. Billy Ray kanns tragen.
B – Billy Ray trägt Tennissocken (zwei Streifen), die ganz unironisch immer gleichmäßig hochgezogen sind. Sie sind immer sauber, denn so ist Billy Ray!
C – Das ist hier leider wegen der Dunkelheit nicht zu erkennen: Billy Ray hat eine vorildliche Frisur. Hinten sind die Haare extrem lang und schön glatt gekämmt, vorne sind sie kurz gestutzt. An den Seiten sind sie hübsch rasiert, so dass eine Frisur entsteht, die entfernt an die des Wrestlers Brian Knobbs (von den Nasty Boys) erinnert – bloß in schwarz und in total gutaussehend.

Die drei Supertypen fahren dann raus aufs Land, wo die Frau aus dem Internet, die sie „so richtig ficken“ (Zitat Billy Ray) wollen in einem Wohnwagen wohnt. Unterwegs rammen sie, voller Vorfreude auf das, was sich bald mit der alten Frau im Wohnwagen abspielen wird, ein Auto, steigen aus, gucken und fahren dann lüstern weiter. Im gerammten Auto hatten zwei Männer mit Village-People-Bärten Oralsex, von denen einer zufälligerweise Polizist ist, was später natürlich noch total wichtig wird. Vorerst ist das alles aber erstmal egal, denn die Jungs sind wild und voller Hormone. Nach einer kurzen, ergebnislosen Diskussion darum, ob es nicht voll schwul ist, wenn drei pubertäre Jungs gleichzeitig nackt in einem Raum mit einer älteren Dame „so richtig ficken“, kommen die drei mitten im Wald bei der alten Frau an und trinken Bier, das aber vergiftet ist.

Der Hauptdarsteller wacht in einem Käfig in einer Kirche auf, wo ein alter Prediger eine WIRKLICH EXTREM LANGE Rede über Sittenverfall hält und sagt, dass die Schwulen schuld seien. Die religiösen Fanatiker klatschen, dann werden ein paar Kinder aus der Kirche herausgebracht und ein in Frischhaltefolie eingewickelter Mann erschossen. Er fällt durch eine Luke in den Keller, wo Billy Ray und der dritte junge, ebenfalls eingewickelt in Frischhaltefolie, sitzen. Billy Ray, inzwischen nackt, kann sich in Folge dessen befreien und lässt seinen Freund zurück, den er ist Billy Ray and that´s the way he is!
Es kommt dann, wegen dem Unfall der Jungs, ein Polizist zu der Kirche und wird nach kurzer Unterhaltung von dem alten Priester erschossen, weshalb ein anderer Polizist John Goodman anruft, der inzwichen beim FBI arbeitet.
Der nackte Billy Ray läuft währenddessen durch den Keller der Kirche, wo er ganz viele Gewehre findet. Er erschießt jemanden und wird dann selber erschossen, was sehr ärgerlich ist.
Das FBI rückt dann an und es kommt zu einer IRRSINNIG LANGEN Schießerei, bei der kaum einer stirbt. Der dritte Junge, der an den nackten Billy Ray gefesselt war, läuft weg und wird vom FBI erschossen – Uuups! John Goodman steht auf einmal in einem Stall (es wird leider nicht erklärt warum) und informiert sich darüber, ob es okay ist, auch die Kinder in der Kirche zu erschießen. Dann geht die immer noch anhaltende Schießerei weiter, bloß beginnt das FBI jetzt auch mal zu treffen. Der Hauptdarsteller-Junge läuft mit einem Mädchen aus der Kirche heraus und beginnt mit John Goodman zu reden und erklärt, dass er eine Geisel sei, woraufhin er und das Mädchen kaltblütig erschossen werden. Es wird noch ein Weilchen weiter geschossen bis aus dem Nichts eine Sirene ertönt. Offenbar kündigt sich die Apokaylpse an, weshalb die Schießerei aufhört. Der alte Prediger erzählt irgendwas, dann wird auf ein Büro im FBI-Gebäude geschnitten, wo John Goodman erzählt, dass die Sirene den Nachbarn gehört hat. Dann kommt der alte Prediger ins Gefängnis und der Film ist vorbei.

„Red State“ ist eine absolute Frechheit. Alles passiert ohne jeden Zusammenhang, die Hauptdarsteller sind, den großartigen Billy Ray mal ausgenommen, völlig indiskutabel besetzt, die Dialoge sind bescheuert, die Handlung ist eine Aneinanderreihung von zufälligen Begebenheiten und das eigentliche Thema, nämlich Homophobie im streng-religiösen Rahmen, wird völig unter den Tisch fallen gelassen. Das Ende, obwohl langeherbeigesehnt, ist unbefriedigend und noch dümmer als der Rest vom Film. Bis auf die Szenen mit Billy Ray ist nichts lustig, nichts spannend, nichts unterhaltsam. Niemand sollte sich diesen Film ansehen.



Apothekenschaufensterkritik
Mai 22, 2011, 6:59 pm
Filed under: Kultur, Modernes Leben, Unterwegs

Es ist nicht leicht, einen tatsächlichen Bezug zwischen Sonnenschutzberatung und einem Zeichentrickigel herzustellen, aber mit viel Nachdenken ist es möglich, ja, eigentlich sind die Zusammenhänge, wenn man sie erst gefunden hat, unübersehbar.
Es ist allerdings nicht ganz klar, ob das dunkelhäutige Baby mit der lächerlich-großen Sonnenbrille und den lolitahaft zum Kuss geformten Lippen vor zuviel Sonneneinstrahlung warnen soll (dann wäre die Dekoration rassistisch) oder nicht (dann ist die Dekoration nur drollig).
Was das für komische, gelbe Dinger in der Hängematte sind, ist ebenfalls der Spekulation überlassen.
Überdies ist mir als biologischem Laien unbekannt, ob Igel Kehlköpfe haben. Ich bitte in dieser Frage um Aufklärung.



Upcoming Trends: Eier
Februar 14, 2011, 11:22 am
Filed under: Amerika, Ankündigungen, Essen, Gutes Essen, Kultur, Modernes Leben, Musik

Hi, szeneaffine In-Crowd!

Hurra, sie schafft es immer wieder! Lady Gaga lässt sich in einem Ei anliefern!

Als Lifestyle-Experte, der ich nunmal bin, kann ich nur applaudieren! Das wird das nächste ganz große Ding! Eier werden wieder ganz groß! (Ich verzichte auf naheliegende Witze hierzu und verweise auf die leider/Gott sei Dank nur einmal ausgestralte „Jetzt-gehts-an-die-Eier“ – Promi-Oster-Show, die Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder vor geraumer Zeit mal in der Schüko-Arena in Bielefeld gemacht haben – Stundenlang Witze, mit nichts mehr als der Zweideutigkeit des Themas Eier, dazu dieser derangierte Boxer, der immer für Grillzubehör auf seiner Schirmmütze wirbt)

Jedenfalls: Eier! Top! Der im Vergleich zur Hühnergrippe oder BSE lahme Dioxin-Skandal ist egal, jetzt wird gefeiert! Die kommenden Möglichkeiten sind immens!
Wir bleiben dran!



We were bad, but now we´re good, we´re moving in to your neighborhood.
Februar 2, 2011, 9:46 am
Filed under: Aaaaah!, Amerika, Musik

Ist schlechtes Rappen ein guter Weg zurück in die Gesellschaft?
Wenn es nach Bushido, diesem Streetworker aus der Streetworker-Show auf RTL und dem Staat Florida geht schon. Kann und will man mit denen die Meinung teilen? Wohl kaum!

Verstörend und groovy. Aber in erster Linie verstörend.



Ein Griff in die Genitalien der Liebe

Bisher gingen viele Menschen davon aus, dass die Liebe die Stärkste Macht im Universum war. Verschiedene Filme haben das bewiesen – Das 5. Element, Sailor Moon (I-III), RoboGeisha… Auch bei Captain Planet war der, dessen Element die Liebe war (dieser kleine Inder) der mit Abstand beste. In der Musik war eh alles klar: DÖF aus Österreich erklärten in ihrem Superhit „Codo“: „Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt / und bring die Liebe mit / von meinem Himmelsritt / denn die Liebe, Liebe, Liebe die macht viel Spaß / viel mehr Spaß / als irgendwas.“ Am Ende gelang es Codo mit hilfe der Liebe den Hassschirm zu überwinden und es musste sich auch der Hass (ja, genau!) der Liebe beugen, Codo und die Liebe triumphierten! Auch Wissenschaftler aller Länder waren sich einig, dass nichts im Universum stärker war als die Liebe (außer der Hulkamania, die aber nur eine Sonderform der Liebe war).
Tja, zwei Amerikaner im besten Alter haben nun aber herausgefunden, wie man sich gegen die Liebe (in ihrer einfachsten Form – der Umarmung) verteidigt:

Eigentlich ganz einfach! Hätte man auch selbst drauf kommen können.
Aber was bedeutet das? Ist die Ära der Liebe mittels dieses einfachen Griffes vorbei? Triumphiert letztlich doch der Hass? Die Freunde von Emilio Estevez raten jedenfalls dazu, in Zukunft gut auf sich aufzupassen.



Weg vom Fenster – Hin zum Alltagsdadaismus!
Januar 10, 2011, 9:43 am
Filed under: Impressionen de l'urinal, Kultur, Modernes Leben

In Gelsenkirchen gibt es ein Fachgeschäft für Kissen, die man auf die Fensterbank legt, auf die man sich stützen kann zum langen, professionellem Drauflehnen. Dort habe ich mich staunend eingedeckt und dementsprechend in der Folge lange Zeit damit zugebracht, aus dem Fenster zu gucken. Da jetzt aber alles gesehen wurde, was man beim Aus-dem-Fenster-gucken nun mal sehen kann, ist der Glamour dieser Freizeitbeschäftigung wieder verflogen. Deswegen ist jetzt u.a. auch wieder Zeit zum Bloggen.

Tja, und wenn man endlich weg vom Fenster ist, fallen einem wieder die Kleinigkeiten des Lebens auf, für die man vor lauter Szeneaffinität den Blick verloren hat. Zum Beispiel die Piktogramme, die die Firma mit dem wohlklingenden Namen „TORK“ auf ihre Produkte druckt.

Wunderschön und hilfreich.

Ein bisschen so wie Lady Di.